20 Cappuccinos in vier Tagen

Nach zwei Anläufen zum Schreiben in den letzten drei Jahren („Heiße Tage in Ligurien.“ & „Italien Italien!“) wage ich nun endlich wieder einen zielgerichteten Versuch. Yeahhh!

Mein Reisebericht zu unserem fünftägigen Trip nach Venezia, Venetien, Venedig – „La Serenissima“ – die Durchlauchtigste wird diese besondere Stadt auch genannt. Wie wir unterwegs waren? Mit dem Zug! Wir lieben es entspannt zu fahren, die Landschaft vorbei ziehen zu sehen, den Trubel im Abteil zu beobachten und sich ab und an die Beine zu vertreten während der Fahrt. Um beispielsweise einen Cappuccino zu holen.😉

Ankunft in Mestre: hier ist schon sattgrüner Frühling.

Apropos: da Espresso und Cappuccino so günstig in Italien sind, kann man auch öfter mal einen bestellen. Ich zähle mal mit. Am Anreisetag waren es zwei 😉.

Empfehlenswert ist es, sich für die Übernachtung etwas in Venedig – Mestre zu suchen. Wir waren in einem Hotel eines relativ neu bebauten Areals, fünf Minuten zu Fuß vom Bahnhof. Von hier aus starten wir (und weitere hunderte Sightseeing Hungrige) Richtung Venedig Bahnhof Santa Lucia. Am Kiosk erstmal einen Cappuccino (3.) holen und ein Croissant. Ticket ziehen für 1,50€ pro Strecke (cooler Preis!), ab geht die Fahrt im Doppelstockzug.

Ruckzuck mit Zug von Mestre nach Venedig

Nach guten 10 Minuten Fahrt sind wir da. Gewusel wie in einer Großstadt. Ein krasser Gegensatz des relativ nüchternen modernen Bahnhofsbaus zum ersten Eindruck des alten Venedigs, was uns direkt vor dem Eingang empfängt. Wow! Wir sind also quasi gleich mittendrin, am berühmten Canale Grande!! und all dem touristischen Treiben.

Wir diskutieren ein wenig am Ticketautomat, ob wir nun eine Schiffskarte für ein, zwei oder drei Tage nehmen. Kurz bin ich nämlich der Meinung, dass wir auch mal einen Tag nur zu Fuß unterwegs sein können. Aber dann lenke ich ein, für 45€ pro Person können wir nun alles abfahren, wann immer wir wollen. Das ist tatsächlich auch gut so, wie wir schnell merken. But First: Coffee in Form von Cappuccino. Vorher die erste Brücke überqueren, staunen wie die Touristen ihre schweren Koffer über die Treppen dieser manövrieren, ein paar schmale Gassen entlang laufen, ein paar mehr Brücken überqueren und die erste Bootsstation suchen. Einsteigen und einfach mal losfahren. Ach schön ist es! Man könnte natürlich sagen, die Stadt hat einen morbiden Charme, aber als Fotografie – Interessierte lässt man das „morbide“ weg und nennt es einfach nur Charme. Denn alles was mein Auge sieht sind Farben, Strukturen, spannende Licht – und Schattenspiele.😉

Wir sind nun einmal am Nordende der City außen langgeschippert – der Stadtteil heißt Cannaregio, dann beschliessen wir, wieder ins Gassenwirrwarr einzutauchen. Ein paar Schritte gehen wir noch am Ufer entlang, passieren den Halteplatz für die Boots – Rettungsflotte mit gleich angeschlossenem Krankenhaus. Das ist ziemlich spannend. Auch in diesem Viertel kann man das erste Juden Ghetto besichtigen, allerdings wussten wir das just an diesem Tag alles noch nicht. Wir wollten uns planlos treiben lassen.

In den schmalen Gassen ist jedenfalls gerade nicht ganz so viel los und ganz entspannt kann ich die ersten (zu vielen!😅) charmigen Bilder machen. Auf einem kleinen Platz mit hübschem Café gibts nun den zweiten Cappuccino des Tages (4.insgesamt). Das war so um 11 Uhr.

13 Uhr haben wir den nächsten lauschigen Platz gefunden, auf den Tischen des Restaurants stehen bunte Murano Gläser und am Ende der Gasse sehe ich den Blauregen leuchten. Als Farbklecks on the table bestellen wir uns jetzt mal einen Aperol, für meinen hungrigen Magen Spaghetti Aoli. Hach, schön! Die Luft ist zwar noch nicht so warm, aber gut vorstellbar, dass diese Schattenplätze zwischen den Häusern im Sommer einen ganz brauchbaren Ort zum Verweilen abgeben. Tatsächlich fragen wir uns an verschiedenen Punkten, wie es wohl dann ist – hier an den heißen Tagen.

Nach der Stärkung kann es weiter gehen, schauen wir mal wo es als Nächstes hingeht…immer der Nase nach, wie es so schön heißt. Ein paar malerische Brücken, viele gelb getünchte Häuser, fleißige Gondoliere (spannend sind die Preise 😅), Selfie – machende Menschen auf den Gondeln dürfen wir beobachten und es gibt einen kleinen Fotostopp auf einem richtig tollen Platz: San Francesco della Vigna.

Wer sich nun fragt, ob wir auch ein Museum oder eine Sehenswürdigkeit angeschaut haben: ja, kommt noch 😃.

Aber erstmal geht es immer noch planmäßig planlos weiter, etwas weiter östlich vom bekannten Markusplatz spucken uns die Gassen wenig später wieder aus. Huch, hier sind auf einmal ziemlich viele Menschen. Irgendwo müssen sie ja alle stecken. Viele Souvenirstände, viele Boote und vieeeel Ausblick. Hier ist also das Venedig der Postkarten. 😎

Neulich waren wir in der Friedrich Nerly Ausstellung in unserer Heimatstadt. (Da gibt es übrigens auch ein Venedig – gibt Google Maps natürlich auch zuerst an, noch vor dem echten Venedig) Das traumhafte Bild vom Dogenpalast sollte mein ultimatives Fotomotiv werden, nachgestellt vom gleichen Blickwinkel aus. Pustekuchen, eine Baustelle auf dem Platz stört das Remake 😂. (Dennoch mache ich die nächsten zwei Tage natürlich auch Fotos dort.)

Es wird langsam Abend und was bedeutet das? Ganz klar: Die Suche nach – einem schönen Platz für den Sonnenuntergang. Wir sind auch schon ein bisschen spät dran, laufen noch ein Stück Richtung Osten, um den Westen gut zu sehen. Geschafft! 🌅

Spektakulärer Ausblick

Der Weg mit dem Boot den gesamten Canale Grande wird gefühlt weiter als bisher und recht frisch. Aber es gibt noch ein paar schöne abendliche Ausblicke gratis.

Zurück im Hotel in Mestre gibt es um 21:45 Uhr Cappucino Nr. 5.

Gute Nacht! Wir sind ein bisschen knülle von Venedigs Charme.

Fortsetzung folgt….grazias. 🤌

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Avatar von Gabi Gabi sagt:

    Endlich möchte ich fast sagen, wenn es nicht so unverschämt wäre, gibt es wieder schöne Texte im leichten Stil und bezaubernde Bilder, nun zertifizierte Kunst, die Passion und Können aufs Neue entstehen lässt.

    Danke liebe Kathrin, ich freue mich auf die Fortsetzung und Dank der vielen Tipps sieht man Venedig auch mal mit anderen (Reise) Augen:-)🌷👍❤️

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    1. Ich danke dir liebe Gabi für diesen warmherzigen Kommentar 💛💛.

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  2. Immer schön deinen Texten zu lauschen. Ist genau deins, weiter so 👍 🤩🫶🥰

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    1. Dankeschön liebe Ines💛, ich mache weiter so ☺️😘!

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