Was uns gut tut: Musik die uns berührt.

Auch wenn das Internet manchmal eher Fluch ist mit seinen vielen Verlockungen, so ist es doch auch oft ein Segen. Es sind inzwischen einige Menschen, die ich ohne Social Media nie kennen würde geschweige denn kennengelernt hätte. Eine davon ist Anika.

Darf ich vorstellen: Anika, Erfurts vielseitigste Singersongwriterin.

Juni 2021: Ihr Profil wird mir auf Instagram vorgeschlagen und ihre Beiträge, eine Mischung aus Musik, feinen Zeichnungen und überhaupt ihrer witzigen „Anika mit Zimt“ Story wecken meine Aufmerksamkeit. Ob sie vielleicht eine Idee hat für eine Musik zu meinen eigenen Gedichten und kleinen Texten? Die Idee fängt Feuer in mir und ich schreibe sie einfach an.

Sie sagt sofort zu und meint: „Ich bin die mit den übergroßen Schals“, und so verabreden wir uns am Fischmarkt, holen uns einen schönen Kaffee und sitzen an der Clara Grün Wiese, um den Fragen wie Text und Musik zusammen kommen, etwas Zeit zu geben. Sie erzählt mir damals (unser erstes Treffen ist schon eine Weile her) von ihrer Arbeit an der ersten eigenen CD. Wie die Songs zu ihr kommen. Von ihrem anderen Hobby, dem Zeichnen. Ein bisschen von ihren Träumen. Natürlich auch von ihrem anderen Leben. Wenn sie nicht Gitarre spielt. Aber dazu erst zum Schluss dieses Beitrages.

Als ihre CD im September letzten Jahres erscheint, schreib ich ihr gleich, dass ich unbedingt auch ein Exemplar möchte. Freu mich total drauf und muss dann durch meine eigene Geschichte doch erstmal länger drauf warten. Genau wie der Blogbeitrag mit Anika, der nun jetzt im Mai erst geschrieben werden wird.

Vor einigen Tagen: Wir verbinden CD Übergabe und Interview. Treffen uns diesmal (mit Kaffee natürlich) an einer der schönsten Stellen von Erfurt, wo es noch dazu herrlich rosa blüht und sprechen weiter über eine der schönsten Dinge, die es gibt auf der Welt: Musik. Nebenbei tauchen wir ein in die Fragen des Lebens, reden über die Antworten auf Acht davon. Dann nimmt sie ihre kleine Reisegitarre zur Hand, die sie meistens dabei hat, und spielt mir ihren vor drei Wochen entstandenen Frühlingssong. Auf der kleinen Brücke, die Sonne im Gesicht, den rosa Frühling im Hintergrund, ganz sanft, leise und einfach wunderschön…

1. Name, Alter, geboren in?

Anika, gerade 30 Jahre jung geworden. Geboren in Münster, aufgewachsen in Chemnitz.

2. Was bedeutet für dich Schönheit?

Für mich ist Schönheit zum Beispiel ein fröhliches Gesicht, ich mag Menschen mit einer herzlichen Art. Lebensfreude. Auf die Musik übertragen, ist schön, was etwas in mir anspricht, mir ein Gefühl vermittelt, mich berührt.

Wie doch Freude und Glück einen Menschen schön machen!

Fjodor Michailowitsch Dostojewski

3. Warum und wann hast du mit Musik/Texten/ Singen angefangen?

Eigentlich habe ich schon immer gerne gesungen, auch im Chor in der Schule. Wir sind in Teilen eine musikalische Familie, meine Mutter (Mama) spielt Gitarre. Mit 16 Jahren wollte ich es dann auch können und habe angefangen, mich mit der Gitarre zu beschäftigen. Ich konnte es immer kaum abwarten, wieder zuhause zu sein von der Schule, um weiter meine Akkorde zu üben. SpielVerliebt war ich.

4. Was ist das beste daran?

Eine eigene Kommunikationsform zu haben, Dinge damit zu verarbeiten und ausdrücken zu können. Nachdem ich zuerst nur Songs nachgespielt habe, entdeckte ich dann später, dass es so befreiend ist, seine eigenen Gedanken in ein Lied zu packen. Ich bin jedes Mal wenn ich live spiele überrascht, wie meine Musik Menschen berührt, ohne dass man es bewusst so gemacht hat. Die Freude zu spielen irgendwo und die spontanen und schönen Geschichten, die mit den Zuhörern entstehen, das ist immer total einzigartig.

5. Welche Dinge tun dir gut?

Was mir gut tut? Gut schlafen. Gut essen. Kaffee trinken. Gute Gespräche. In der Sonne sitzen. Umarmt werden. Frisch geduscht in ein frisch überzogenes Bett schlüpfen. Mich bewegen. Und klar: Musik machen.

6. Was ist dein Lebensmotto?

Hmm, ich weiß gar nicht ob ich ein Lebensmotto habe. Aber ich fühl mich am ehesten wie eine Wildblume, wie in meinem Song. „Ich wachs auf Wiesen wo ich frei bin, lass mich nicht fangen.“ Ich möchte nicht nur in meinem Beruf tätig sein, sondern ich will auch Zeit für meine Kunst haben.

7. Was sind deine persönlichen Entspannungsmethoden?

Singen, natürlich. Und auch einfach Ruhe genießen, ohne Ablenkung. Es kommt vor, dass ein stiller Raum das einzige ist was ich brauche.

8. Wann bist du glücklich?

Wenn ich singe. In der Natur, mit dem Rad. Manchmal mache ich so eine Art Pilgertour. Erst arbeitet alles noch in meinen Gedanken. Spätestens nach 3 Tagen lasse ich los und ich bin konzentriert auf mich. Fühle mich und genieße bewusst meine Erschöpftheit nach einer gemeisterten Anstrengung. Dann bin ich glücklich. Und: Mit einem Blick aufs Meer.

Jetzt ist sie meine! Coverdesign von Anika. I Love Mohnblumen too.

Anika ist eigentlich Ärztin für HNO im hiesigen Krankenhaus, hat aber für sich entschieden, dem Beruf nicht die meiste Zeit ihres Lebens zu opfern, sondern auch immer genug Zeit für die Kunst zu haben. Ihrer eigenen Musik, ihrem Ausgleich. Ihre eigene Lebensharmonie zu leben. Wer sie noch nicht zufällig auf der Straße gitarrespielend und singend erlebt hat, kann sie natürlich über Spotify etc. finden oder auf Instagram unter anikamitzimt. Und wenn ihr Anikas wunderbare Musik gehört habt, möchte ich gern euren Favorite wissen.

Eure Kat

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Avatar von Gabi Lenz Gabi Lenz sagt:

    Gut, dass Du Dir ein Herz gefasst hast, um diese charmante Wildblume kennenzulernen liebe Kathrin. So sinnlich und fein, wie sie musiziert und textet, so leicht und warmherzig hast Du Euer Aufeinanderzugehen in Worte gefasst. Ich hatte Anika nach Deiner Empfehlung bereits gehört und bin begeistert. Sie erinnert mich stimmlich und musikalisch sehr an Fjarill – ein schwedisches Duo, dass ich schon lange mag. Danke für diesen tollen Beitrag und ganz nebenbei ist die buchbar immer eine gute Adresse. Alles Liebe Gabi😙

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  2. Avatar von Gabi Lenz Gabi Lenz sagt:

    Ach und ich vergaß: Mein Lieblingstitel ist „Fliegen“.

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  3. Avatar von Chris Chris sagt:

    Das klingt so schön inspirierend.

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