Es ist, als wärs gestern gewesen – unser Miniurlaub in Südtirol.

Er steht ja längst noch aus, mein Reisebericht über unseren Kurzaufenthalt in Südtirol. Und wirklich, mir kommt es so vor, als wärs gestern gewesen. Das Wetter ist ja heute, am 17. Januar auch genauso schön wie im Oktober 😉 .

Wir haben unser Urlaubsziel wieder einmal von nem anderen Reisebericht ‚abgeguckt‘ und wollen alles, was da vorgestellt wurde, natürlich auch alles selber erleben. Allerdings stellen wir beim genauen Blick auf die Landkarte fest, dass die verschiedenen gezeigten Orte gar nicht so nah beeinander sind, wie es im Film erscheint. Können wir also vielleicht gar nicht alles schaffen in 6 Tagen abzüglich der ganzen Hin – und Her Fahrerei? Na wir werden sehen…Unser erstes Ziel ist unsere Unterkunft in Lana, bei Meran. Ein ehemaliger Ansitz, inmitten der Apfelplantagen, hoch oben natürlich so ein Ansitz. Das letzte Stückcken Fahrt über die schmale Strasse mit ordentlicher Steigung und immer schön am Abhang entlang muss ich zum Glück nicht selber fahren. Wer weiss, vor lauter Vorsichtigkeit wären wir mit mir als Fahrer im besten Fall nur wieder zurückgerollt. Aber zum Glück, der Micha macht das schon :-).

Mein Fotografenherzchen hüpft vor Freude, als wir beim Ansitz angekommen sind. Cool, es ist wirklich so ein richtig uriges Gemäuer und das ganze drumherum auch. Sehr fotogen alles, ich sehe schon die vielen Maronen auf der Strasse liegen(hier werden die Esskastanien richtig geerntet) und bin nun vor allen Dingen gespannt auf das Innendrin. Die Oma der kleinen Burganlage zeigt uns unsere Wohnung, da alle anderen gerade in den letzten Zügen der Apfelernte stecken. Ja genau, Äpfel liegen hier auch schon überall herum, man ist versucht gleich mal zu probieren. Die Wohnung, vor allem das Schlafzimmer sind so belassen, wie früher dort schon gewohnt wurde, mit Wandbemalung, dunkler Holzdecke und vielen alten Möbeln. Der Blick aus unserem Wohnturm ist traumhaft, das Meraner Tal liegt uns quasi zu Füssen. Apfelbäume wohin man auch schaut – und gleich nachdem wir alles ausgepackt haben, werden wir ein Stück durch die Äpfel radeln. Den knappen Nachmittag müssen wir nutzen, denn trotz fast sommerlichen Temperaturen wird die Sonne früh untergehen und dann ist es hier oben stockdunkel.

Klar hauen wir während unserer Radeltour erstmal ordentlich rein und haben die nächsten Tage dann auch gar keinen Appetit mehr auf Äpfel, hihi. Südtirol ist übrigens eine der grössten Erzeugerregionen für das vielfältige Obst, elf Sorten werden markenrechtlich geschützt als „Südtiroler Äpfel“ vertrieben. Lecker, so direkt vom Baum zu naschen. Wenn man an Italien denkt, fällt einem natürlich auch der gute Wein ein. Der wird hier auch angebaut, allerdings ist es in der Gegend nicht ganz so verbreitet – es ist das kleinste Weinanbaugebiet Italiens. Aber: den Traminer, den werden wir übermorgen ganz in der Nähe finden.

Nach einer etwas unruhigen ersten Nacht(ich fühle mich nicht ganz so wohl in dem „alten“ Zimmer) erwartet uns ein Bilderbuch-Morgen, wir fahren mit dem Auto hinunter in den Ort und von da ab schwingen wir uns auf unsere Räder. Auf gehts Richtung Meran, immer an der Etsch entlang und immer an Apfelbäumen entlang. Wir beobachten unterschiedliche Motivationswellen der Ernthelfer, manche ganz fix manche gemütlich. Kurz vor Meran biegen wir ab, der Weg führt durch Weinstöcke, an alten Höfen vorbei, dann weiter an prächtigen modernen Villen und vielen mediterranen Gärten. Sehr sehr schön. Weiter ein Stück auf dem Sissiweg und dann kommen wir an: Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Ich winke Sissi zu, wir schauen ein bisschen, wie sie hier gelebt hat bei ihren doch relativ kurzen Aufenthalten und dann geniessen wir einfach die ganze Pracht dieser Gärten. Wunderbar vielfältig, überraschend, zum Staunen, zum in – die Ferne – gucken, zum Lernen und vor allen Dingen zum Verweilen. Diesen Ausflug hierher sollte man auf jeden Fall machen! https://www.trauttmansdorff.it/die-gaerten-von-schloss-trauttmansdorff.html

Nach soviel Natur und Farbenpracht bleibt gar nicht mehr so viel vom Tag übrig. Ein SchlossRadweg führt uns noch an einigen herrschaftlichen Häusern vorbei und dann geniessen wir schon wieder – die aufkommende Abendstimmung unten in der Stadt. Wir wandeln vor der Wandelhalle ein wenig auf und ab, mit Kaffee natürlich. Dann wurschteln wir uns im wahrsten Sinne des Wortes aus der Stadt heraus und geniessen den Rückweg an der Etsch im Dunkeln. Reicht für heute… 😉

Am nächsten Tag fahren wir etwa die selbe Strecke, nur in die andere Richtung. Wir wollen uns Bozen anschauen. Und da wir dort vielleicht noch etwas mehr anschauen wollen, fahren wir mit dem Auto. Wir finden sogar einen gebührenfreien Parkplatz, zwar etwas entfernt vom Zentrum, aber machbar zu Fuss. Anfänglich bummeln wir etwas ‚der Nase nach‘ durch die Stadt, aber unser Ziel ist klar. Das Ötzi Museum. Wirklich spannend die Geschichte darum und sehr interessant, wie klein das Skelett vom Eismann doch aussieht, was man durch ein winziges Fenster bestaunen kann. Wir kommen dann noch an einer coolen Location vorbei, wo uns eigentlich die farbigen Bali Schirmchen nur hingezogen haben und diese schöne Stimmung. Später als wir dann sitzen, erfahren wir von anderen Gästen das Besondere: wir sitzen an den ehemaligen Fischbänken, hier wurde früher mit Fisch gehandelt. Jetzt trinken die Gäste hier vor allen Dingen eines: Aperol Sprizz. Prost!

Später trinken wir dann noch einen Kaffee, aber nur weil ich unbedingt auf diese Terasse über der Stadt wollte(ist auch wirklich wunderschön) und überlegen uns dann, noch fix mal zum Kalterer See zu fahren. Auch ganz in der Nähe. Immer noch warm das Wasser um diese Jahreszeit und die Leute gehen baden.

Burgen gibt es im Etschtal jede Menge. Eine haben wir besucht: Burg Hocheppan. Das beste daran ist – ALLES. Die Eigentümer haben sich richtig viel Mühe gegeben, es ist eine wirklich hübsche Burganlage mit vielen schönen lauschigen Sitzplätzen. Bewirtet haben wir uns lassen mit Knödeltris und zum Nachtisch Strauben. Beides richtig lecker, und wir haben beides zuhause auch schon nachgekocht/gebacken. Und alle Kinder möchten am liebsten mit dem Burghund knuddeln. https://www.suedtirolerland.it/de/highlights/burgen-schloesser/burg-hocheppan/ Unbedingt besuchen!

Jetzt noch viele Grüße von etwas weiter weg. Vom Kronplatz in der Nähe von Bruneck. Hier oben ist es einfach traumhaft, der Blick auf die Gipfel der Dolomiten ringsum, inklusive Wolkenschauspiel, alles was hier oben angeboten wird und selbst die Architektur macht die Museen auf dem Kronplatz zu einer einzigartigen Kulisse. https://www.kronplatz.com/de

Da haben wir doch fast alles „abgearbeitet“. Nun ja, so soll es ja eigentlich nicht sein und wir haben gemerkt, dass wir alles nur angerissen haben. Da wird uns unser Auto sicherlich wieder einmal hinbringen müssen und dann auf jeden Fall länger.

Kleiner Nachtrag: Wer noch mehr miterleben will und mehr zu Maronen erfahren will, sollte in Richtung Ende Oktober nach Südtirol fahren. Da gibt es in vielen Orten die traditionellen Kastanienfeste und auch das törgelen…. Hier: https://www.sudtirol.com/de/veranstaltungen-suedtirol/kastanienfest.htm

Eure Kat.

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