Leicht, klar und einfach, gemixt mit hygge – Skandinavisches Design eben.

Ich mit meinem Faible für Gelb gehe neulich wieder einmal durch unser kleines Schweden(Ikea) und ertappe mich dabei, wie alles in meiner Lieblingsfarbe am liebsten in meinen Einkaufskorb will. Aber meine Erfahrung als Gestalter in Beruf und Privat sagt mir: ‚Nein, zuviel Gelb ist auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.‘ Starke Farben akzentuiert einsetzen ist die Devise für geschmackvolles einrichten, und ich lasse die riesige gelbe Lampe doch lieber dort hängen. Habe ja schon ne gelbe Wand. Auch neulich, fragte ich einen Azubi meiner Berufssparte, was ich wohl für einen Wohnstil mag und sie tippte: skandinavisch modern. Manchmal nennen mich Freunde ‚Die Schwedin‘, das freut mich, es ist fast wie ein Kompliment. Und führt mich zu einem Buch was ich auch deswegen neulich geschenkt bekam. Es befasst sich mit den schönen Variationen des schwedischen Designs und wie es eigentlich dazu kam.

Man muss dazu ein wenig in das Skandinavien eintauchen. Ein bisschen grenzenlos oben im Norden gelegen, mit fast unendlichem Sommerlicht und einem langen dunklen Winter. Es liegt nahe, dass man es sich gemütlich machen muss in seinem Haus auf dem Land oder der Stadtwohnung. Es sich schön zu machen, ist deshalb seit jeher ein Grundbedürfnis der Skandinavier und jeder machte es sich gemütlich auf seine eigene kreative Weise, ohne dass es Modeerscheinungen gab.

Die Dänen erfanden das Wort „hygge“, was nicht nur einfach gemütlich bedeutet, sondern mit seiner Familie das Zuhause zu teilen, zu feiern, es sich einfach schön zu machen, Und dies mit einer Leichtigkeit, die Farben, Formen, Muster und Materialien zu kombinieren. Es ist immer ein etwas reduzierter Stil, er wirkt nie überladen und…er lässt sich gut mit jedem anderen Stil kombinieren.

Seinen Erfolgszug trat ‚Design made in Scandinavia‘ übrigens 1954 an, nach einer Ausstellung in New York.

Ich und mein Mann auch können uns gut mit dieser skandinavischen Lebensart identifizieren. Vieles wirkt hier freier, leichter, unkomplizierter. Die weiten Strecken dieser tollen Natur und Landschaften tun ihr übriges für dieses Lebensgefühl und wir sind nicht erstaunt darüber, dass laut einer Studie die Menschen dort die glücklichsten in Europa sind.

Was haben wir selber für Eindrücke sammeln können? Beeindruckt haben mich auf unserer diesjährigen Rundreise wieder einmal die karminroten Häuschen. So viele unterschiedliche Bauarten, so oft mit diesen schönen Vorgärten und ihren prächtigen Stockrosen, die einfach die liebevolle Gestaltung ihrer Besitzer offenbaren. Interessant zu lesen, dass sich dieser spezielle Rotton Ende des 16. Jahrhunderts in den ländlichen Regionen durchgesetzt hat, weil er mit seiner Backsteinfärbung an die Häuser der wohlhabenden Mitteleuropäer erinnerte

Auf einer unserer vorherigen Besuche in Schweden haben wir in einem Ferienhaus eines Modedesignerpärchens gewohnt. Auch da merkte man diese Stilsicherheit, was Wohndesign betrifft. Sie hatten sich grundsätzlich auf die Farben weiss – für Boden und Wände – und schwarz – für Interieur – entschieden. Weiss verleiht einem Raum viel Grösse und ein Gefühl von Freiheit. Schwarz ist der perfekte Partner für eine klare Linie, zu der dann auch alle anderen Farben passen. Immer wieder spannend dabei auch das Kombinieren von alten Möbeln mit aktuellen Stücken. Tradition mit Moderne.

Auch meine diesjährige Bekanntschaft Tini lebt dieses leichten, hellen Wohnstil in ihrer Bodastuga. Mitten in der Natur gelegen haben sie ein wunderschönes Ferienhaus, was mit ihrer behaglichen Einrichtung einfach nur Lust macht, dort noch ein kleines bisschen länger zu bleiben. Schaut hier: https://www.instagram.com/tini.boda/

Eine weitere schöne Variante des skandinavischen Designs ist die starkfarbige und voller schöner Muster lebendig seiende Einrichtung. Sie erscheint ein wenig kindlich heiter, aber nicht albern. Ich mag dies auch sehr, wobei man da am meisten aufpassen muss, dass es nicht zu wild wird und dass man die Wohnung ansonsten immer aufgeräumt hält. Gut festzustellen hinterher auf Fotos vom Familienkaffee 😉

Wann auch immer wir in Schweden, Norwegen, Finnland oder Dänemark waren: Cafès, Bistros, Restaurants haben immer den gewissen Charme gehabt. Egal wie klein oder gross das Lokal war, es war immer dieser unbekümmerte leichte Einrichtungsstil zu spüren. Wobei ich natürlich schon die Überlegung hatte, ob diese ständige positive Wahrnehmung daran liegt, dass es der Urlaub ist, dass die Sinne offen dafür sind. Natürlich ist es ja auch in den südlichen Ländern zum Beispiel gemütlich. Der Unterschied ist wirklich: Skandinavisches Design wirkt immer bescheiden und nie maniriert(gekünstelt). Deswegen ist es wohl auch mein Stil, dem ich am ehesten zugewandt bin, weil er auch mich ein bisschen wiederspiegelt.

Welchen Wohnstil magst Du am liebsten? Mit welcher Region verbindest Du ihn?

Freu Dich auf meinen nächsten Blog – Südtirol.

Eure Kat.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Avatar von Anke R.-K. Anke R.-K. sagt:

    …so ein schöner Beitrag und so tolle Fotos…ich will sofort in den Norden 🙂 Über Weihnachten und Silvester geht es für uns zum Glück wieder nach Fanø. Vielen Dank Kathrin, fürs Teilhaben!
    LG Anke

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    1. Liebe Anke, danke dir für dein tolles Feedback zum Beitrag. Und nun ist soweit. Weihnachten steht vor der Tür. Schöne Adventszeit! 😘

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