Am letzten Tag in Stockholm haben wir hin und her überlegt, wie wir irgendwie diese in den allerhöchsten Tönen angepriesenen Schären vor Stockholm noch unterbringen in unseren Reiseplan. Natürlich, mit Schiff und viel Zeit eigentlich am schönsten. Ich wollte gern wie Tini aus Schweden das geschmeidige Wogen der Wellen sehen und dann festhalten auf Video. Dagegen sprach: wo? das Auto hinstellen bei unübersichtlichem und teurem Parkangebot UND das Wetter….
Wir hatten uns dann doch tatsächlich wie immer richtig entschieden. Der Reiseführer gab uns eine tolle Traumstraße durch die Schären als Vorschlag und dem sind wir dann auch gefolgt. Denn es regnete erst einmal wieder, und zwar aus Eimern oder nee – aus Kannen, das sieht irgendwie schöner aus in Wort und Bild ;-).

Erster Ort der Schären Tour ist Växholm, bestimmt bei schönem Wetter ein hübsches Örtchen, mit kleiner Burganlage (auch zum Übernachten) und allerlei touristischen Attraktionen (was zB macht diese militärisch anmutende Gruppe hier?). Nun ja, wir brauchen hier bei Regen nur die erste kleine Fähre, um zur nächsten Insel zu hüpfen. Die Fähre ist gelb, kostenlos, und zuverlässig bringt sie uns zum nächsten Anleger: Inselgruppe Rindö. Hier angekommen suchen wir während der angebenen Route nach Oskar – Frederiksborg. Finden sie schliesslich auch, wenngleich auch nichts zu sehen ist ausser den Festungsmauern. Stimmt nicht ganz – plötzlich ist ein Kreuzfahrtschiff im Bild und ich denke so: „Aha, also Växholm ist natürlich ein schönes Ziel hier zum Anlegen… aber diese ganzen engen Schären ???!“ 10 Minuten später fällt es mir ein. Diese ganzen Kreuzfahrtschiffe müssen sich ja hier jedes Mal durchschlängeln, um nach Stockholm zu kommen. Natürlich!!! Was für ein tolles Naturerlebnis vom Schiff aus!!!

Växholm 
kleine Fähre 
Oskar – Frederiksborg 
Kreuzfahrtschiff bei Växholm
Unser nächstes Ziel, auch wieder per kurzer kostenfreier Fähre, ist das Artipelag bei Gustavsberg. Ein wirklich wunderschöner Ort. Für Naturliebhaber und Kunstliebhaber. Sogar auch, wenn man keine Zeit aufbringen möchte, die ausgestellte Kunst anzuschauen, ist das Artipelag ein Erlebnis: die Architektur und das Interior plus das, was es im angeschlossenen Cafe gibt, es ist alles wie aus einem Guss. Man bemerkt, dass alles durchdacht ist von A bis Z, für Auskenner deswegen wirklich ein Highlight. https://www.schwedentipps.se/stockholm/artipelag/ Wir essen wieder mal Kannelbulle, also ein Schneckengebäck und dazu gibts Kaffee, soviel wir wollen und natürlich Leitungswasser gratis. Geniessen alles hier so richtig ordentlich( dieser tolle Kiefernduft!) und dann gehts weiter Richtung Vätternsee, unserem eigentlichen Ziel.
Gegen Nachmittag kommen wir in Motala an, gelegen am Ostufer des Sees, entern unsere charmanten Hotelzimmer dieses scheinbar schon in die Tage gekommenen Stadthotels, und geniessen kurz den Ausblick auf den Marktplatz, bevor wir runter gehen zum Wasser. Irgendwie haben wir wohl doch länger auf dem Zimmer rumgebummelt als gedacht, denn es gibt schon wunderbare Abendstimmung am See, hübsch angerichtet mit Booten, Bojen, Himmel und der Spiegelung im Wasser. Wir essen Abendbrot mit Blick auf einen kleinen Flusskreuzfahrtdampfer, können in die Mini Kojen schauen und….freuen uns auf morgen.

Der kleine Fluuskreuzfahrtdampfer 
Old Charme 
Vorfreude auf Göta Kanal 
Blick auf die Bucht und die Motala Brücke
Nach einer fast wie selber durchgemachten Nacht( im angeschlossenen Pub des Hotels gabs Party und die Fenster sind wahrscheinlich von 1950 ;-)) und einem ganz passablen Frühstück muss ich schnell noch einen Anruf machen. Denn meine Versuche, die MiniKreuzfahrt durch den Götakanal per Internet am Vorabend zu regeln, also ohne Sprachbarriere, sind gescheitert. Nun muss ich also mit dem Käpt`n quatschen, mein Englisch ist ja inzwischen ein bisschen routinierter als noch am Anfang unserer Reise. Soooo, in wenigen Minuten alles geregelt. Yes, wir sind dabei, fjuhh!! Aber hah! was soll ich sagen: es regnet….immer dieses Hin und Her. Naja, passt ja, aufm Schiff sitzen wir sicher weitgehend trocken. Wir haben einen eigenen Tisch, an dem wir Mittags ein tolles Essen kredenzt bekommen, und auch sonst schön rausgucken können. Wir staunen über die Vielzahl an unterschiedlichen Brücken: Hebe-, Rotations -, Schiebevariante, alles scheint technisch möglich hier. Kommt auch nicht von ungefähr, denn Motala ist durch den Bau des Göta Kanals im 19. Jahrhundert eine bedeutende Handelsstadt, Motala Verkstad enstand als weltbekannte Werft und Hersteller von Dampfmaschinen. Laut den Erläuterungen des Kapitäns wurden alle beweglichen Brücken des Kanals direkt in Motala hergestellt.
Am Ende des Kanals durchqueren wir endlich die fünf Schleusen, verrückt wieviel Wasser da jeweils in Bewegung kommt und schwupps, wieder eine Etage tiefer oder höher….dann noch eine Fahrt über einen kleineren See, der uns aber auch schon recht gross vorkommt und unser Boot ein wenig schaukeln lässt, Ich bin wie immer froh, als das Ufer in Sicht ist. 😉 Aber zurück schaffen wir natürlich auch noch, gut gestärkt vom tollen Bootslunch. Insgesamt ein teures Vergnügen, aber dennoch ein wunderbares UrlaubsHighlight!! https://www.gotakanal.se/de/141904/Kreuzfahrten-Gota-kanal-mit-MS-Kung-Sverker-von-Motala/
Tschüss, wir sehen uns ein Stück weiter, in GRÄNNA. 🙂

















