Ein Erklär-Findungsversuch.

Manche Menschen tun es andauernd, andere wiederum gar nicht. Einigen reicht ein „Schuß“, um das Erlebnis oder Motiv festzuhalten, während Perfektionisten oder Unschlüssige mehrfach auf den Auslöser drücken, um sich dann das beste Bild auszusuchen. Definitiv sollte man es aber irgendwie tun, denn Erinnerungen lassen sich nicht nur im Kopf aufbewahren. Einen Erinnerungshelfer zu haben, ist besser. „Früher“, vor Handykamerazeiten, war HobbbyFotograf fast nie auf Bildern zu sehen und wenn er sich doch verrenkt hat, die Kamera verkehrt herum auf sich zu richten, war manchmal nur ein Haarbüschel aufm Foto… das geht dank Selfie Funktion nun viel besser.
Fotografieren bzw. die Suche nach dem ultimativen Fotoergebnis kann auf jeden Fall süchtig machen. Welche Art von Sucht man bekommt, hängt vielleicht ein wenig von den Gelegenheiten ab und was man sonst so mag.
Mit voranschreitendem Alter(also bei mir) ist Mensch erwiesenermaßen viel lieber in der Natur, als man das mit Anfang 20 ist. Es gibt zwar auch seltene Exemplare, die das naturverbundene schon in diesem Alter mögen, aber die meisten sind da einfach noch mit anderen Dingen beschäftigt.

Interessant hinsichtlich der Naturfotografie ist hier auch die Mann/ Frau Gewichtung und das speziell in meinem Bekannten-, Freunden- und Familienkreis ab 38 1/2 Jahre: wer muss bei Spaziergängen, Fahrradtouren, selbst Autoausflügen immer wieder anhalten, um hier und da ein hübsches Blümchen zu fotografieren? Natürlich – das holde Wesen Frau. Hinzu kommen wunderschön komponierte ganze Parkanlagen, wie gemalte Landschaftslinien und Kurven, Details an Häusern und Schlössern, Abendstimmungen an Seen und nicht zu vergessen – die Regenbögen. Womöglich hat Frau den schon zum hundertsten Mal fotografiert, aber auch der 200 ste ist einfach einmalig und magisch! Mann kommt dabei also nicht so richtig voran, meist arrangiert er sich aber damit, gibt manchmal dann sogar Naturdienliche Hinweise.
Betrachten wir speziell das Thema Mohnblumen. Einmal irgendwo gesehen, dieser schöne Kontrast des Rot der zarten sehr vergänglichen Pflanze, ist sofort das Jagdfieber geweckt. Bei mir ist der Wunsch dann so groß, Fotos davon zu schießen, diese kurze Zeit festzuhalten, dass ich möglichst schnell dieses Verlangen stillen muss. Mein Mann kann diese Sache mit den Blumen nicht so richtig verstehen, zumal auch von diesem Motiv aus den vergangenen Jahren sicher an die hundert Pics zusammen kommen würden. Mir fiel keine richtig gute Erklärung ein, nur dass ich es einfach wahrhaftig erleben muss, sehen muss, den Wind drumrum erleben muss, damit ich nach dem „erledigen“ des Fotografiervorgangs an sich zufrieden bin. Selbst erlegt sozusagen. Oder für musikliebende Männer: als ob da ne Wiese mit Schallplatten stünde, wo man jede einzelne anhören kann. Wer würde da nicht innehalten zum genießen und dies immer wieder?
Außerdem ist die Natur zu jeder Jahreszeit jedes Jahr immer wieder aufs Neue ein Wunder.
Wir Frauen mögen das Festhalten von schönen Momenten und Stimmungen in der Natur, weil wir es oft sind, die dekorativ und mit viel Faible für die richtigen Farben auch unsere Umgebung, unsere Zuhause einrichten. Unser Detailblick sieht, wenn die Blumen nicht zu der Vase passen, wenn die Tischdecke nicht ganz gerade liegt und wenn der rote Mohn vor einer Hauswand total toll aussieht. Und es gibt immerzu neue Facetten von den Motiven.

Stopp! Muss mal kurz fotografieren!
PS: Dieses Thema passt perfekt zum Thema „Das Fahrradfahrverhalten von Männern“. 😅😜 (vielleicht demnächst in Arbeit)














