Da wo die Rauken wachsen – die Insel Gotland.

Ich bin ein Schisser, ja richtig – ein wirklicher Schisser, meine Jungs belächeln mich oder machen noch extra Sachen, damit ich noch angstvoller gucke ;-). Aber hier auf unserer Fähre nach Gotland müssen sie sich nicht anstrengen, das macht das Schiff und die Wellen schon selber…. Zeit für Postkarten schreiben und Tageserlebnisse notieren. 3 Stunden habe ich ja Zeit. Und es ist eine echt passable Ablenkung, immerhin gibt es auf diese Weise innerhalb unserer Reise 3 Postkarten an meine Eltern, das schaffe ich sonst nie. Öland war wirklich sehr schön, die Touristenmagneten Borgholm Slott und Schloss Solliden waren echte Highlights und natürlich einfach die Natur und das Meer. Jedes Wetter lässt alles anders aussehen, auch ein regnerischer Wolkenhimmel kann so toll aussehen und aus der jeweiligen Perspektive mit Sonne gemischt hat das Wasser eine karibische Farbe, richtig schön anzusehen und verlockend zum Baden….. Jippieee, die Fährzeit ist um, wir sind auf Gotland gelandet. Wir haben hier insgesamt nur drei Tage Zeit, was wir natürlich schon jetzt bereuen, denn es ist die grösste Insel Schwedens und das bedeutet eigentlich – es gibt viel zu entdecken. Aber: wir haben einen Plan, und das ist schon mal gut 🙂 :-)!

Unser Zuhause ist diesmal ein Appartmenthotel, direkt in Visby, dem Hauptort von Gotland, und das nur 800m von der Altstadt entfernt, die übrigens ein Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist. Wow!! Da freuen wir uns schon drauf und werden auf jeden Fall am Abend dorthin gehen, egal wie müde wir sind. Denn – es ist gutes Wetter(wir haben immer einen Blick drauf, weil es ja doch auch hier gerade etwas wechselhaft ist). Doch but first: nein -nicht Kaffee, sondern der erste Ausflug. Wir wollen Raukar sehen! Was für Dinger, fragt ihr Euch jetzt? Ein paar Tage vorher hätten wir es auch nicht gewusst, aber nun – kein Problem mit der Erklärung :-).

Das sind sie – bis zu 10m hohe Kalksteinsäulen, die irgendwann ganz ganz früher entstanden sind, als die Gegend hier noch quasi ein Korallenriff war. Nach Eiszeit, Erosion und Auswaschungen entstanden hier überall, sehr prägnant auch auf Farö, diese bizzaren Felsformen. Natürlich super für kleine Klettereinheiten unserer Jungs, und ich hab wieder Schiss ;-). Und doch – es ist einfach traumhaft und der sonnige Himmel dazu auch!!! Auf dem Rückweg zum Auto geniessen wir den Duft der Nadelbäume, es riecht so gut wenn es warm ist, und ich bekomme Ratschläge, wie ich mir den Duft mit nach Hause nehmen könnte.

Soo, bisschen Zeit bis zum Abend ist noch. Ach kommt, ein kleines Leuchttürmchen schaffen wir noch. Die sehen immer so schöööön aus…. Auf der Fahrt dorthin entdeckt mein Mann das Wort „Vinyl“ und nun müssen wir mal wegen ihm halten. Mal nicht wegen meiner Fotos 😉 Es ist ein Burgercafe mit Musikmuseum und einem kleinen Secondhand – Bereich für SCHALLPLATTEN. Okay, die Jungs warten im Auto, der Ehemann stöbert und ich probiere Safranspankaka. Lecker!!!

Ein paar hundert Kronen ärmer, aber mit Musik im Kofferraum fahren wir weiter, mit Handy Navi, da das Auto Navi tatsächlich nicht alles kennt. An einer Schranke warten wir erst mal mit ein paar anderen Unwissenden und lernen dann – Schranke selber aufmachen, durchfahren, wieder zu in hinein in das Naturschutzgebiet. Der Leuchtturm ist richtig niedlich, die Wiesen rumdrum so, wie man sich Küstenwiesen wünscht und wir waren fast allein.

Abendstimmung später in Visby. Wir nehmen das erstbeste gutaussehende Lokal und werden nicht enttäuscht. Was wir übrigens von all unseren kulinarischen Erlebnissen sagen können. Nur die Portionsgrösse hätten wir angepasst, aber wahrscheinlich machen das die Schweden mit Bedacht. Man isst übrigens auch im allgemeinen früher als wir das heute tun, nämlich so gegen 17:30Uhr. Perfekt!

pochiertes Ei und mehr

Der erste und einzige volle Tag auf Gotland sieht für uns vor: einen Besuch im Kalksteinmuseum im Norden von Gotland und – wir wollen die Blaue Lagune anschauen und vielleicht sogar darin baden(es sind am Vormittag gerade mal 15°C). Die Reihenfolge hatten wir richtig gewählt, denn nach der lustigen Rumpelbahntour der Kalkabbauer von früher im Nieselregen brach der Himmel irgendwann auf, und wir sahen das karibische Wasser der Blauen Lagune. Es ist eine ehemalige Kiesgrube, also auch hier wurde Gestein abgebaut. Der eine Junge von mir zierte sich ein wenig, darin baden zu gehen. Aber als er es dann getan hat, war er wirklich happy. Auch neben uns versuchte ein Mädchen ihre Mama zu überreden „es ist wirklich traumhaft, komm“. Mein Unbedingt – Tipp für den Aufenthalt auf Gotland – unbedingt besuchen und erschwimmen!

Zurück von diesem schönen Ort haben wir noch ein Fischerdorf besucht und später und am nächsten Tag haben wir nur noch Visby genossen, Zufällig gibt es jedes Jahr zu dieser Zeit ein Mittelalterfestival. Das war spannend, denn es war, als wäre die Zeit zurückgedreht. Nur komisch das Bild im Supermarkt – Edelfrauen und Männer vor dem Kühlregal ;-).

Wollt ihr noch mehr über Gotland erfahren bzw. ein bisschen unserem roten Faden folgen, dann schaut hier: https://www1.wdr.de/fernsehen/wunderschoen/sendungen/gotland-100.html

Viel Vergnügen beim Zuschauen und….. ich freu mich auf meinen Stockholm Bericht!!!!! Eure Kat

PS: Hier das gelbe ist der Safranspankaka – Safranfadenkuchen 😉

Hinterlasse einen Kommentar